Pieces — 19. January 2013 22:29

Zitronen-Riesling-Maishähnchen im Bräter

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Die Zutaten sollen regional und bio sein, die Zubereitung Ein-, Drei- und Fünfjährigen zumutbar (Codename “soziale Beteiligung”) und das Gericht dem eigenen Anspruch an maximale Schleckermaultauglichkeit Rechnung tragen. Uiuiui – ein Satz wie ein Absatz. Anspruch meets Anspruch. So ist das Leben heute. Bei uns.

Aus den eben genannten Gründen, bin ich immer auf der Suche, nach tollen Gerichten beziehungsweise Inspirationen. Denn Kochen nach Rezept ist nicht so mein Ding. Betörende Bilder, großartige Gastronomie-Geschichten, ein Blick auf den Nachbartisch oder in die Küche von Freunden – das ist mein “Kochbuch”. Apropos Bilder – eine meiner ganz großen Empfehlungen ist der 2010er-Band Jahreszeiten der wunderbaren Donna Hay. Wer Ess-, Koch- und / oder Foto-Enthusiasten eine Freude machen möchte: Kaufen, schenken, Dankbarkeit spüren.

Jetzt aber: Das Maishähnchen

Ich komme auf den ersten Satz zurück: Alles, was man vorbereiten und für längere Zeit in den Ofen schieben kann, ist schon mal spitze. Wenn dazu noch Vorarbeiten wie “Kartoffeln und Möhren schälen und in große Stücke schneiden” kommen, sind die Kinder und ich “all in”. Optisch und geschmacklich bleiben ebenfalls keine Wünsche offen. Nun: Aus verschiedenen Bildern und Rezepten und dem schon länger gehegten Wunsch, mal wieder ein Backhähnchen zu veranstalten, entstand heute Nachmittag dieses Rezept.

Zutaten

1 ganzes Maishähnchen (bitte nie, nie, nie an der Qualität sparen)
12 kleine Kartoffeln, geviertelt
12 Möhren, in groben Stücken (für die gleiche Garzeit wie die Kartoffelviertel)
8 Knoblauchzehen, geschält und halbiert
6 Schalotten, geschält und halbiert
1 Bio-Zitrone, halbiert in dicken Scheiben
4 Zweige Zitronenthymian
4 Zweige Rosmarin
6 EL Albaöl zum Anbraten und Bestreichen
500 ml Hühnerfond
500 ml Riesling
250 ml Sahne / Creme fraiche
Grobes Meersalz / Meersalzflocken
2 EL Estragonblätter

Zubereitung

1. Kartoffeln, Möhren, Schalotten, Knoblauchzehen, Bio-Zitrone schälen und zerteilen.
2. Maishähnchen waschen, trockentupfen und füllen: Jeweils die Hälfte der Zitronenstücke und Knoblauchhälften, von Rosmarin und Thymian.
3. 1-2 EL Albaöl im Bräter erhitzen und die Schalotten mit dem restlichen Knoblauch, Zitrone, Rosmarin, Thymian ca. 10 Minuten andünsten.
4. Bräter leeren und das Maishähnchen auf der Brustseite in 1-2 EL Albaöl scharf anbraten.
5. Hähnchen wenden, in die Mitte des Bräters platzieren, mit dem restlichen Öl bestreichen und salzen.
6. Alles andere drum herum platzieren, Hühnerfond und Riesling angießen und den Bräter mit Deckel für 90 Minuten bei 150 Grad in den Ofen stellen.
7. Deckel abnehmen und für weitere 30 Minuten schmoren lassen.
8. Flüssigkeit in beschichtete Pfanne abgießen und den Rest für weitere 10-15 Minuten zurück in den Ofen stellen.
9. Flüssigkeit reduzieren lassen, Sahne angießen und abschmecken.
10. Soße angießen, Gericht im Bräter servieren und versuchen, der Komplimente Herr zu werden (mehr Riesling ;-)).

Oh Riesling! Mein Riesling!

Wer einen Spitzen-Shiraz an seine Steaksoße gießt, sollte zwei weitere Flaschen davon haben, um sie zu Steak und Sauce auszuschenken. Für dieses Rezept habe ich einen Riesling veranschlagt, wegen Säure und Mineralität. Ganz konkret traf es den ausgezeichneten Konzeptwein R3 Rheingau Riesling Remastered (2011) von Corvers-Kauter. Jung, aber definitiv trinkreif, besonders aus den Weißweingläsern der Zalto-Glasmanufaktur. Den Riesling hatte ich vor zwei Tagen aus Rheingau mitgebracht, als ich meine Frau für drei Tage zu Exerzitienzwecken in die Abtei St. Hildegard brachte. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich für jeden Tag ihrer Abwesenheit eine Flasche (symbolisch, nicht in absentia zu trinken) erstanden, plus eine für den Sonntagabend:

1. 2011er R3 Rheingau Riesling Remastered, Corvers-Kauter (Website)

2. 2011er Riesling Kabinett Feinherb “Rotlack”, Schloss Johannisberg (Website)

3. 2011er Kiedricher Rheingau Riesling trocken, Weingut Robert Weil (Vinexus)

Sonntagsflasche: 2009er L – Hallgarten Schönhell Riesling “Sophie Löwenstein”, Fürst Löwenstein (Website)

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